Flens-Beach-Trophy in Damp

HSU startet mit Rang drei der FBT in die Saison

Kann es eigentlich „falsche“ Gegner geben?

Der Rahmen für den Auftakt in die Spielzeit 2019 war für Hohensee United nahezu perfekt. Am Herrentag traf man sich in großer Zahl zu einem Abschlusstraining; die Anreise am Freitag nach Damp - zwischen Kappeln und Eckernförde auf der Ostseehalbinsel Schwansen gelegen - war entspannt; der Zeltplatz Koralle zwar „old school“ aber für die in solchen Dingen anspruchslose United perfekt. Gut, natürlich ist die Stimmung mit Präsident Enrico optimistischer und auch die Buspanne von Domi war nicht eingeplant, aber man hatte einen erfahrenen Kader beisammen, der für ein Ausrufungszeichen am Saisonanfang hätte sorgen können. Die Flens-Beach-Trophy (FTB), die Landesmeisterschaft Schleswig-Holsteins - schließlich auch United-Lieblings-Serie - konnte starten.

Das wichtigste vorweg: Erik steht wieder im und bewegt sich „rund“ im Sand - nach eineinhalbjähriger Pause. Natürlich trifft die Vokabel „stehen“ des Pudels Kern häufiger, aber das wird schon wieder.

Das Kribbeln vor der ersten Partie war zu spüren, denn einerseits stand mit Tartan United ein unbekannter Gegner auf der anderen Seite, zum Zweiten wurde durch die Hereinnahme der GWS Pirates die Spielzeit auf einmal 12 Minuten festgesetzt. Jeder weiß: Da muss der erste Schuß sitzen.

Im doppeldeutigen Sinne gelang das. Hohensee übernahm mit Heiner, Erik, Totti und Püppi sofort die Initiative und legten sich den Widerpart zurecht. Kev kommt von der Bank, startet durch und trifft per Kopf prompt zur Führung. Das gibt Sicherheit und sorgt für die nötige Ruhe. Auch das ist beim 2:0 doppelsinnig zu nehmen. Denn Lars hat Zeit, bleibt technisch sauber und trifft sehenswert zum 2:0. Natürlich waren deutlich mehr Chancen vorhanden, um das Ergebnis auszubauen. Allein der Tartan-Keeper spielte Titan und hielt wenigstens fünfmal großartig. Dagegen hatte die Abwehr um Keeper Konni kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Alles klar, alles gut.

Doch Beachsoccer-Turniere sind keine langweiligen Romane. Und nicht immer weiß man schon nach dem ersten Kapitel, wie die Geschichte endet. Und wie in einem guten Buch werden mittendrin ungewöhnliche Fragen aufgeworfen. Eine könnte heißen: Gibt es eigentlich falsche Gegner?

Denn die United musste nun gegen das Schiedsrichterpraktikum ran. Der Name ist dabei nicht irreführend. Auch das 1:7 zum Auftakt war keine Sensation. Und trotzdem kam alles anders. Zwar war die United in jeder Minute tonangebend, doch die ersten fünf Minuten blieben torlos. Statt weiter den Abschluss zu suchen, verflachte die Partie. Nervosität stellte sich ein. Technische Schwächen, das Japsen nach Luft und die hilfesuchenden Blicke zum Nebenmann könnten ein Zeichen von doch zu wenig Training sein. Aber vielleicht war es nur ein falscher Gegner zu diesem Zeitpunkt. Denn natürlich rissen die Schieripraktikanten keine Bäume aus; nicht mal Dünensträucher. Aber sie schossen zweimal auf das Tor, beide waren drin. Das Anschlusstor von Domi kam viiiiiiiiiiiel zu spät.

Der Hieb in die Magengrube hatte ganz offensichtlich gesessen, denn auch im Match gegen den TSV Viktoria Audorf war man trotz Feldüberlegenheit ineffektiv wie Scrat in den Ice-Age-Filmen. Viel zu wenig wurde der Abschluss überhaupt gesucht, die Verantwortung einfach weitergegeben. Die Abschlüsse selbst waren nicht nur unterirdisch, sondern historisch (also bislang noch nie dagewesen...)... Dass beim 0:2-Endergebnis auch die Defense nicht ständig auf der Höhe war, gehörte zum Gesamtpaket....

Ausgerechnet gegen die GWS Beachpirates zog sich das United-Team wie einst Baron Münchhausen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf. Gegen die (nach eigener Aussage) bundesligaerfahrene Mannschaft zeigte man die erwartete körperliche Präsenz. Man hatte mit dem Spieltempo keine Probleme. Kämpferische Tugenden zogen spielerische Raffinesse nach sich. Abwehr stand großartig. Kurz: Hätte Hohensee United annähernd die beiden Partien zuvor so oder ähnlich bestritten, hätte man den Turniersieg anvisieren können. Dass die Partie gegen GWS mit 0:1 verloren ging, war unwichtig, da die Pirates außerhalb der Wertung spielten. Es war eh ein ungerechtes Ergebnis, das regeltechnisch intern ausgewertet werden muss..

Jedenfalls wäre das letzte Turnierspiel an diesem 1. Juni 2019 ein gutes Finalspiel geworden. Ultima Reserva do Brasil spielte technisch gefällig, aber robust. Sie waren abschluss- und erfolgsorientiert. Der Norddeutsche Meister 2018 und deutsche Amateur-Vize-Meister 2018 war eben ein „richtiger“ Gegner für die United. In diesem total ausgeglichenem Spiel überzeugte die United-Abwehr. Domi machte wenig Federlesen und besorgte unaufgeregt die Führung, die Totti ausbauen konnte. Als Kev dann nach der Hälfte der Spielzeit das 3:0 markierte, war die United-Brust breit genug, um nur noch einen Gegentreffer zuzulassen. Schön wäre auch gewesen, wenn sich das fleißige Püppchen mit einem Treffer belohnt hätte.

Aber „Lebbe geht weiter“ - für die United schon am kommenden Wochenende.....

 

Kader: Konni - Erik, Heiner, Lars, Totti, Püppi, Domi, Kev

Support: Olaf, Nicole, Susi

Tore: Domi, Kev je 2, Lars, Totti je 1